Ein kleines Abenteuer auf zwei Rädern
Nein, die drei Frauen haben es sich nicht einfach gemacht. Im vergangenen Sommer sind sie mit dem Fahrrad die 1600 Kilometer von Wien bis ans Schwarze Meer gefahren. Und das auf eigene Faust.
Veloferien machen in Mitteleuropa ist das eine. Hier sind die Strecken ausgeschildert, Beherbergungsmöglichkeiten gibts immer wieder, der Strassenbelag ist gut und das Kartenmaterial lässt keine Wünsche offen. Wer sich aber entscheidet, die Strecke zwischen Wien und dem Schwarzen Meer (siehe Kasten) auf dem Fahrrad zurückzulegen, der muss sich auf ganz andere Bedingungen gefasst machen. Denn hier handelt es sich nicht um reine Veloferien, es ist ein kleines Abenteuer. Das erst recht, wenn die gesamte Reise selbst organisiert wird. Gertrud Othman (57), Maria Korfitsen (73), Ursula Carquillat (51) und Ursula Gsteiger (34) haben sich an die Planung dieser Route, die Teil ist des europäischen Velowanderweges, gemacht. „Wir wussten, dass es keine Schoggitour werden wird", sagt die Initiantin Gertrud Othman.
Kleine Hindernisse
In der Tat hat es diese 1600 Kilometer lange Tour in sich. Zum Teil waren Abschnitte von der Donau überspült, so dass ein mühsamer Umweg eingeschlagen werden musste. Oder aber Teilstrecken mussten mit dem Zug zurückgelegt werden - obwohl noch jetzt nicht ganz klar ist, ob Velos überhaupt in Zügen zugelassen sind! Auch die Hotelsuche gestaltete sich nicht immer einfach. In den privaten Unterlagen der Reisegruppe steht beim Etappenort Adamclisi unter der Rubrik „Hotel": Ausgrabungshaus. Das heisst nichts anderes, als sich die drei Unternehmungslustigen keinen Luxus gegönnt und in jeder Hinsicht einfach gelebt haben. Auch die Strassenbeläge hatten es streckenweise in sich („geschüttelt und gerüttelt", wie es Gertrud Othman nennt). Aber letztlich machen solche Erlebnisse den Reiz einer Reise erst aus.
Ein Ausfall vor der Reise
Und den kleinen Hindernissen zum Trotz verlief die Tour - zu der Etappenorte mit klingenden Namen wie Turtukan, Silistra und Turnus Magurele gehörten - problemlos. Überall trafen die drei Frauen auf nette und fröhliche Menschen, ab Budapest sind die Strassen kaum befahren und das Wetter spielte auch mit. Die einzige grosse Schwierigkeit ist ganz kurz vor der Abreise aufgekommen: Ursula Gsteiger musste krankheitshalber auf die Tour verzichten. Mit ihr fiel die Person aus, die einen Crash-Kurs in Rumänisch besucht hatte und sich mit dem GPS auskennt. Aber auch ohne Rumänischkenntnisse und GPS haben die drei Frauen das Ziel erreicht. Unfallfrei und glücklich.
Auf einen Blick
Idee: Die Strecke zwischen Wien und Constanta am Schwarzen Meer auf dem Fahrrad und auf eigene Faust zurücklegen. Die Strecke, die entlang der Donau führt, beläuft sich auf 1600 Kilometer. Auf der Route haben die drei Frauen sieben Länder durchquert: Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien und Rumänien. Und sie haben sechs Währungen mitgeführt.
Dauer: Die Reise dauerte 29 Tage. Davon wurden 21 Tage effektiv Rad gefahren, 3 Ruhetage wurden eingelegt und am Schluss warteten zur Belohnung 5 Tage Ferien am Schwarzen Meer.
Kosten: Inklusive Hinflug (nach Wien) und Rückflug (ab Constanta) beliefen sich die Kosten auf 2715 Franken pro Person. Die Kosten konnten tief gehalten werden, weil die Reise von A bis Z selbst organisiert wurde.
An der Ferienmesse Stand 220.F01 Vorträge zum Thema:
Freitag, 15.01.2010 um 19.00h, Samstag, 16.01.2010 um 17.00h, Sonntag, 17.01.2010 um 11.00h